Dienstag, 19. Januar 2016

Halbzeit!?

Hallo meine Lieben,

wie der Titel schon verrät, bin ich jetzt seit genau fünf Monaten hier in den USA. Ich kann es selber noch gar nicht glauben, aber die Hälfte meiner Zeit ist leider schon um. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug und es fühlt sich bei Weitem nicht so an, als ob ich schon seit fünf Monaten hier in Kalifornien bin. Und dass, obwohl ich vor rund eineinhalb Jahren noch nicht einmal wusste, dass ich heute tatsächlich hier sitzen werde.

Alles begann im Februar 2014, als ich zusammen mit meinen Eltern auf eine Austauschmesse fuhr. Dort wurde ich zufällig auf das PPP aufmerksam. Einige Monate später bewarb ich mich dann schließlich per Online-Bewerbung, nichts ahnend, dass ich knapp ein Jahr später tatsächlich in das Flugzeug in die USA steigen werde. Natürlich hat man immer eine kleine Hoffnung und denkt daran wie schön es doch sein würde, wenn man tatsächlich eines der Stipendien bekommt, doch wirklich daran geglaubt hat man nie.

Nachdem ich die Rahmenbedingungen für die Bewerbung des Stipendiums erfüllt hatte, wurde mir die eigentliche Bewerbung vorgelegt. Diese füllte ich aus und musste knapp drei Monate warten, bis ich endlich eine Einladung zum Auswahlgespräch bekommen habe. Das endlose Warten und die Ungewissheit ist so ziemlich das Schlimmste. Man weiß nicht, wo man gerade steht und wenn man dann auch noch von anderen Bewerbern hört, dass sie eine Runde weiter gekommen sind, drehen sich die Gedanken dann nur noch um das Stipendium. Doch glücklicherweise nahmen die Dinge ihren Lauf - nach einem erfolgreichen Auswahlgespräch waren nur noch zwei Bewerber übrig und wir wurden zu einem Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten unseres Wahlkreises eingeladen. Die Chance stand bei 50 Prozent - jetzt oder nie. Ich glaube ich war in meinem Leben noch nie so aufgeregt und nervös. Dieses Gespräch entschied schließlich darüber, ob sich die ganze investierte Zeit und das Gefühlchaos darum herum gelohnt hatten. Und tätsächlich, einen Tag nach dem Gespräch bekam ich die Zusage. Ich weiß noch genau, wie ich aus der Schule nach Hause kam, meine Mutter die Tür öffnete und mir mitteilte, dass ich für zehn Monate in die USA fliegen darf. Ich war wirklich so glücklich in diesem Moment!
Die Zeit zwischen der Zusage und dem Abflugtermin verging eher schleppend. Neben dem ganzen Papierkram, den es auszufüllen galt, war der normale Schulalltag sehr stressig -  Klausuren, Hausaufgaben, und eigentlich wollte man doch nur, dass die Zeit bis zum Abflug so schnell wie möglich vergeht.
Im Mai 2015 fand die Vorbereitungswoche in Würzburg statt. Eine der besten Wochen überhaupt! Ich hatte so viel Spaß und habe so viele liebeswerte Menschen kennengelernt, mit denen ich auch jetzt noch Kontakt habe.
Zu Beginn der Sommerferien wurde es dann langsam Ernst. Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen und ich machte alles "zum letzten Mal" - zum letzten Mal an den Bodensee fahren, zum letzten Mal etwas mit Freunden unternehmen, zum letzten Mal in meinem Lieblingsrestaurant essen. Es war schon ein komisches Gefühl zu wissen, dass man in ein paar Tagen alles hinter sich lassen und woanders ein vollkommen neues Leben beginnen wird. Neue Leute, neue Umgebung, neue Sprache. Natürlich gab es auch Momente in denen man sich gefragt hat, ob es das alles wert war. Das endlose Warten, die Ungewissheit, der ganze Stress, doch am Ende hat es sich defintiv ausgezahlt und ich würde es auf jeden Fall noch einmal machen!

Und dann kam DER Tag, es war der 19. August 2015, der Tag, an dem mein großes Abenteuer begann. Und nun sitze ich hier exakt fünf Monate später und ich habe schon so vieles erlebt, neue Erfahrungen gesammelt und wenn ich ehrlich bin, fällt es mir schwer daran zu denken, dass ich in genau fünf Monaten wieder in meinem eigentlichen Zuhause in Deutschland sitze. So viele schöne Erfahrungen und Eindrücke habe ich schon gesammelt, ich lerne und sehe jeden Tag neue Dinge und auch nach fünf Monaten ist es immer noch ein großes Abenteuer, welches meiner Meinung nach nicht schon so bald enden sollte.

Sonnige Grüße aus San Diego,
Samira


Quelle: meinpapasagt.de

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