Mittwoch, 2. September 2015

Erster Schultag

Hallo ihr Lieben,

heute war mein erster Schultag als Junior (11. Klasse) in den USA. Ich habe schon jetzt so viele neue Eindrücke gewonnen und Leute kennengelernt, aber erst einmal von Anfang an: Vor etwa zwei Wochen habe ich mich mit meinem Schulberater getroffen, um meine Fächer zu wählen. Einige waren vom Stipendium aus bereits verpflichtend, andere konnte ich, sofern noch Plätze frei waren, mir selbst aussuchen. Ich habe täglich fünf unterschiedliche Fächer, die sich allerdings jeden Tag in der selben Reihenfolge wiederholen.

1. Stunde   Deutsch
2. Stunde   Englisch
3. Stunde   Mathematik (Algebra)
4. Stunde   Theater
5. Stunde   Geschichte der USA und Geographie

Normalerweise beginnt mein Unterricht täglich um 7.15 Uhr und endet um 12.17 Uhr. Allerdings gibt es immer montags eine Ausnahme: dann startet die Schule nämlich erst um 9.00 Uhr. Schulschluss ist an diesen Tagen um 12.47 Uhr, also eine halbe Stunde später als gewöhnlich. Gegenüber meiner deutschen Schule ist mein Stundenplan sehr "entspannt", da ich in Deutschland an manchen Tagen bis um 17.00 Uhr Unterricht hatte. Zwischen den Stunden hat man einige Minuten Zeit um in das nächste Klassenzimmer zu gehen, zwischen der dritten und vierten Stunde gibt es eine kleine Pause. An meiner High School hat jeder Lehrer sein eigenes Zimmer und somit müssen nicht die Lehrer, sondern die Schüler die Klassenzimmer wechseln. Da meine Schule mit rund 2.250 Schülern sehr groß ist, gibt es für (fast) jedes Fach ein separates Gebäude und so muss man sich ordentlich beeilen, um bei dem nächsten Lehrer pünktlich zu erscheinen. Die Klassenzimmer sind von den Lehrern meist bunt und individuell gestaltet - entweder mit Plakaten oder Fotos der Familie.
Da jeder Schüler seine Fächer frei wählen kann, gibt es keine festen Klassen, sondern man ist jede Stunde mit unterschiedlichen Leuten zusammen.

Heute morgen um 8.20 Uhr wurden wir von einem Freund meines Gastbruders zur Schule gefahren. Dort haben wir unsere Stundenpläne abgeholt und uns auf den Weg zu den entsprechenden Klassenzimmer gemacht. Die erste Stunde hatten wir Deutsch. Die Lehrerin war supernett und auch ihr Klassenzimmer war voll von Fotos, Souvenirs und bunten Plakaten. Obwohl wir nur eine kleine Gruppe (etwa 12 Leute) waren, hat mir der Unterricht sehr viel Spaß gemacht. Wir haben zuerst ein wenig über die Ferien gesprochen und dann ließ die Lehrerin für den Rest der Stunde eine Diashow mit Fotos aus dem Unterricht vergangener Jahre und deutsche Musik laufen. Zum Abschluss der Stunde bekamen wir noch eine deutsche Schokoladenpraline, bevor wir uns auf den Weg zum nächsten Klassenzimmer machen durften.
In Englisch und Mathematik waren wir mit etwa 35 Leuten eine sehr große Gruppe. Nachdem ich Englisch noch relativ gut überstanden hatte, konnte ich in Mathe nicht wirklich folgen. Da die Amerikaner nicht wie wir das Metrische Einheitensystem nutzen, geben sie alle Maßeinheiten beispielsweise in inch, mile, gallon, foot, ... an. Das kann schon sehr verwirrend sein, vor allem, wenn man (wie ich) keine Ahnung davon hat und nur Bahnhof versteht, wenn die Klasse wild mit den Einheiten um sich wirft. Ich hoffe ich werde nach ein paar Mathestunden mehr verstehen.


Quelle: big-bang-forum.com

Nach einer kleinen Pause ging es weiter mit Theater. Dazu gingen wir nicht etwa in irgendein Klassenzimmer, nein, die Stunde fand im großen, schuleigenen Theater statt. Der Kurs besteht aus 52 Schülern. Bei dieser Klasse handelt sich um eine Art Inklusionsklasse, da wir mit behinderten Kindern und deren Betreuer zusammen Unterricht haben. Ich persönlich finde das Fach Theater sehr interessant und freue mich noch auf viele schöne Momente. In der letzten Stunde habe ich US-History und Geographie. Dieses war neben Englisch ein weiteres für mich verpflichtendes Fach. Der Lehrer ist sehr nett und die Klasse im Vergleich zu Englisch, Mathematik und Theater "relativ" klein. Im Unterricht mussten wir innerhalb von 10 Minuten aus einer Art Draht einen Gegenstand formen, welcher uns beschreibt. Anschließend durften wir unsere "Kunstwerke" vor der Klasse präsentieren. Ich frage mich immer noch, was diese Stunde mit dem Fach an sich zu tun hatte, aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht.

Ab diesem Jahr wird an unserer Schule das FutureForward Programm getestet, das heißt jeder Schüler erhält von der Schule aus ein Chromebook, welches er jeden Tag mit zur Schule bringen und darauf aufpassen muss. Dieses Programm wird von unserem Schuldistrikt (Grossmont Union School District) geleitet. So hat die Schule mehr als 2000 Chromebooks gekauft, um die Schüler besser auf ihre Zukunft (Arbeit mit Computern etc.) vorbereiten zu können.

Alles in allem war mein erster Schultag in den USA sehr interessant und aufschlussreich. Ich bin gespannt, was mich morgen erwarten wird.

Liebe Grüße,
Samira


Quelle: tumblr.com

Kommentare:

  1. Samira, dein Post ist sehr interessant. Du schreibst wirklich toll.
    Es ist immer wieder schön und spannend von dir etwas zu lesen.
    K.

    AntwortenLöschen

Schön, dass ihr euch die Zeit nehmt mir einen Kommentar zu hinterlassen. ♥